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Michael Stoeber zur Serie short cuts |
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Schon in der Manier ihrer Verfertigung zeigt sich die Allianz des Heterogenen.. Diese Allianz des Heterogenen zeigt sich in der Verfertigung der Werke, wenn Eeckhout seine Bilder einerseits am Computer generiert oder verfremdet, und wenn er sie andererseits in einem ganz traditionellen, uralten Medium der Kunst ausführt: der Malerei. Wir sehen Comicfiguren, die sich furiose Argumentationsgefechte über
Stellenwert und Bedeutung moderner Kunst liefern. Wir sehen konstruktive
Bilder, wie wir sie von Mondrian kennen und organisch gestimmte Arbeiten
à la Jean Arp. Wir sehen Streifenbilder, wie sie, beeinflusst von
Jasper Johns und Elsworth Kelly, in den siebziger Jahren wichtig waren
oder unregelmäßige Gitter- und Rasterbilder à la Günter
Förg. Nur Eeckhout geht es nicht um den Künstler, sondern er will mit seinen Bildzitaten in erster Linie das Genre, das Gestaltungsparadigma in Anschlag bringen. Ihn interessieren nicht die unterschiedlichen künstlerischen Temperamente, sondern der disparate Reigen unterschiedlicher ästhetischer Programme und Doktrinen, die das Gesicht des Zwanzigsten Jahrhunderts geprägt haben. In dem sowohl - als auch , das hier mitschwingt, erkennen wir bereits die Signatur der neuen Werkserien von Jan Eeckhout. Sie erschöpft sich nicht im Zitat der das letzte Jahrhundert bestimmenden Kunststile. Sie greift auch tief in den Fundus populärer Bilder und Bildmythen, wie sie uns tagtäglich in Zeitungen und Zeitschriften, Werbebroschüren und Comicheften begegnen. Dieser Domestizierungsversuch der disparaten Bilderfluten hält sich nicht bei den großen Brüchen unterschiedlicher Gestaltungscodes auf, sondern schaft eine verbindliche Struktur, in der die disparaten Formen, Sujets und Bilder aufgehoben werden. Aufgehoben nicht im Sinne einer Auslöschung, sondern im Hegelschen Sinne des Bewahrens und auf eine höhere Ebene Hebens. Durch identische Bildformate und durch das gemeinsame, wenn auch unterschiedliche agierende Medium der Malerei schafft Eeckhout seinen heterogenen Bildern einen homogenen Rahmen. Diese Homogenität löst die vielen, in der Geschichte der Ästhetik
des letzten Jahrhunderts sich kämpferisch gegenüberstehenden
Positionen mit Leichtigkeit auf im Sinne eines demokratischen und partizipatorischen
Miteinanders. Dennoch ist das Nebeneinander der heterogenen Motive und
Bilder alles andere als beliebig. Vertikale Streifen stehen neben horizontalen Staffelungen, pastose gegen
lasierende Malerei, expressive Pinselschwünge gegen beruhigte Flächen,
stark farbige Malerei gegen monochrome Bilder, gestochen scharfe Motive
gegen Unschärfen und Weichzeichnung, kostruktive gegen organische
Sujets, Fabel und Fiktion gegen Normalität und Alltag. Man könnte mit der Aufzählung von Gegensatzpaaren und auseinander
stehenden, disparaten Wirklichkeiten beliebig so fortfahren,
um am Ende eines zu Erkennen Es geht nicht um Idee und Ideologie, sondern um Form und Formulierung. Nicht mehr, aber auch nicht weniger, scheint mir, wollen uns die neuen Werkblöcke von Jan Eeckhout mitteilen. |